Stau bei Großprojekten im Land offensiv entgegenwirken

Die am vergangenen Wochenende bekanntgewordenen Ablehnungen der Großprojekte des grenzüberschreitenden S-Bahn-Liechtenstein-Projekts und des Ausbaus der Eisenbahnstrecke in Bregenz Richtung Deutschland sind für IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg ein klarer Weckruf.

IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg

„Die politischen Entscheidungsträger im Land haben bei der Umsetzung von Großprojekten in Vorarlberg erhebliche Schwierigkeiten und müssen diesen dringend entgegenwirken. Leider reihen sich die aktuellen Diskussionen und Absagen in weitere schleppende Projekte wie die längst fällige S18-Nachfolgelösung oder das Zurückstellen neuer visionärer Ansätze – beispielsweise einer Verbindung des urbanen Rheintals mit dem ländlichen Bregenzerwald – ein. So werden wir unseren Standort für die Menschen und für die Wirtschaft nicht nachhaltig stärken, sondern im Gegenteil im internationalen Wettbewerb der Regionen verlieren.“

Ohneberg beruft sich bei seiner Analyse auf die detaillierte Studie „Verbindungen für mehr Zukunft“, die 2018 von der IV-Vorarlberg und der Wirtschaftskammer Vorarlberg gemeinsam beauftragt wurde. Bereits dort wurde festgestellt, dass es in Vorarlberg einen Rückstau bei Infrastrukturprojekten mit höherem Projektaufwand gibt und dazu eine signifikante Umsetzungsschwäche bei Großprojekten für die Mobilität. Ohneberg: „Die Lebens- und Standortqualität einer Region hängt wesentlich von ihrer grundlegenden Leistungsfähigkeit und Erreichbarkeit ab. Das gilt insbesondere für eine exportorientierte Region wie Vorarlberg. Wir laufen ernsthaft Gefahr, den Anschluss an weitaus dynamischere Standortregionen zu verlieren.“

Daher appelliert IV-Präsident Ohneberg weiterhin sich an großen Zukunftsbildern zu orientieren, wie sie auch detailliert von der IV-Vorarlberg vorgestellt wurden: „Corona überlagert aktuell viele politische Entscheidungen. Trotzdem sind die politischen Entscheidungsträger im Land ab sofort wieder aufgerufen, mit mutigen Entscheidungen einen lebenswerten und wettbewerbsfähigen Standort für Vorarlbergs Bevölkerung und ihre Wirtschaft zu sichern. Das gelingt nur durch Weitblick, Mut und Ausdauer.“

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