Mehr Ambition und Vision im Mobilitätskonzept Vorarlberg

Lustenau, 28.05.2019 - Nach detaillierter Analyse des Begutachtungsentwurfs des Mobilitätskonzepts Vorarlberg 2019 (MKV) unterstützt die IV-Vorarlberg das Bemühen des Landes Vorarlberg, sieht aber laut Präsident Martin Ohneberg noch „erheblichen Verbesserungsbedarf vor allem in Punkto Ambition und Vision“. Dies vor allem deshalb, da das MKV nach eigenen Angaben des Landes eine verkehrspolitische Leitlinie für die nächsten 10 bis 15 Jahre darstellen soll.

Keine ungleiche Balance zwischen den Verkehrsträgern
Besonders positiv erwähnt Ohneberg, dass eine ehrliche Analyse der Ist-Situation erfolgt und Probleme nicht schöngeredet werden. Ebenso seien einige neue Maßnahmen enthalten, die sehr unterstützenswürdig sind: „Dazu gehört etwa die Aufwertung des Verkehrsverbunds zum Mobilitätsverbund oder die erstmalige Erwähnung der Stadtautobahn. Wir unterstützen auch die verstärkten Maßnahmen zum Öffentlichen Verkehr und Radverkehr. Allerdings ist in Summe die Balance zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern in einem ungleichen Verhältnis.“ Während die Maßnahmen zum ÖV und Rad sehr detailliert beschrieben werden, seien jene zum Ausbau der bestehenden Infrastruktur – also Straße, Schiene, Luft – und jene den Güterverkehr betreffend defensiv und eher vage gehalten.

Mehr Mut für Neues und Innovatives
Zu wenig Berücksichtigung finden für die Industriellenvereinigung die Erkenntnisse hinsichtlich des Potenzials der Zukunftstechnologien für Mobilität, Verkehr und Logistik. Ohneberg ist überzeugt, dass Mobilitätslösungen der Zukunft ein neues Denken erfordern und dass die Kombination und Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger entscheidend sein werden: „Hier wäre noch mehr Mut für Neues und Innovatives wünschenswert. Beispielsweise liegt mit der Wälderbahn ein sehr innovatives Projekt auf dem Tisch, das nicht nur in Punkto Mobilität wichtige Akzente für unsere Region setzen kann. Sich nur auf eine Busbeschleunigung in den Bregenzerwald zu fokussieren, wäre kurzsichtig.“

Ein Mobilitätsbeauftragter für Vorarlberg
Als sehr wesentlich sieht Ohneberg aufgrund der vielen Akteure und Maßnahmen rund um die Themen Mobilität, Verkehr und Logistik, die Neuschaffung der Funktion „Logistik- und Mobilitätsbeauftragte(r) des Landes“: „Es braucht eine zentrale Koordinationsstelle im Land. Im MKV sind allein in Vorarlberg 28 zuständige Körperschaften oder Organisationen für die Umsetzung der Maßnahmen genannt. Die Themen Personen- und Gütermobilität sollten gemeinsam betrachtet werden und das braucht mehr Koordination und Steuerung durch das Land.“

Keine Belastungen für die Wirtschaft und Bevölkerung
„Gänzlich abgelehnt“ werden im Begutachtungsentwurf laut Ohneberg enthaltene eindeutige Belastungen für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Dazu zählt etwa der vorgeschlagene, verpflichtende Mobilitätsbeitrag für größere „Verkehrserreger“ wie Einkaufszentren, Fachmärkte, Supermärkte oder Betriebe: „Im Grundsatz sollte es um weniger Bestrafung, Bevormundung oder Restriktionen und dafür mehr um Anreize, neue Angebote, Ambition und Vision gehen.“

Die ausführliche Stellungnahme der IV-Vorarlberg mit einer Zusammenfassung zu Beginn können Sie hier nachlesen.

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