Ohneberg/Comploj: Vorarlberger Industrie trotz enormem Schadensausmaß als Anker der Stabilität – Grenzen behutsam öffnen und Comeback ermöglichen

„Auch wenn die Vorarlberger Industrie von den einschneidenden Maßnahmen der Corona-Krise enorm betroffen ist, erweist sie sich in vielen Bereichen als Anker der Stabilität“, so fassen der Präsident der IV-Vorarlberg, Martin Ohneberg, und der Industriespartenobmann in der WKV, Georg Comploj, die gemeinsam durchgeführte Blitzumfrage in der Vorarlberger Industrie zusammen. Insgesamt 92 Betriebe haben vergangene Woche an der Umfrage teilgenommen.

In der Vorarlberger Industrie produziert in den nächsten vier Wochen jeder vierte Betrieb unter 50 Prozent von seinem Normalbetrieb. Die Branchen sind weiterhin sehr unterschiedlich betroffen: Die im Vergleich positivsten Signale kommen aus der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie. Auch der Bau hat wieder merklich angezogen. Mit positiven und negativen Ausreißern kämpfen sich auch die Maschinen- und Metallindustrie und Elektronik- und Elektroindustrie langsam nach oben. Im Textilbereich, bei industrienahen Dienstleistungen und in der Logistik sind die Auswirkungen aktuell noch am stärksten zu spüren.

Ohneberg: Anker der Stabilität trotz enormem Schaden
Für IV-Präsident Martin Ohneberg ist die aktuelle Stimmungslage in der stark exportorientierten Vorarlberger Industrie ein klarer Hinweis, dass die weltweite Rezession in Vorarlberg keinen Halt macht: „Das Schadensausmaß ist heute bereits enorm. Aber wenn wir sehen, dass über 70 Prozent der Betriebe ihre Investitionsplanungen als sehr oder mittel betroffen bezeichnen, dann lässt das für die Zukunft noch Schlimmeres erahnen. Es gilt aber nicht Trübsal zu blasen, sondern mit voller Kraft am Comeback der Wirtschaft und für die Menschen zu arbeiten. Dass über 76 Prozent der Betriebe ihren Mitarbeiterstand halten möchten und 6 Prozent diesen sogar erhöhen möchten, zeigt einmal mehr, dass die Industrie der Anker der Stabilität ist.“

Comploj: Grenzen behutsam öffnen
„Die drastischen Auftragseinbrüche sind für die Betriebe das mit Abstand größte Hindernis zur Wiederherstellung ihrer Produktion. Das melden drei von vier Betrieben retour, je schneller die internationalen Absatzmärkte wieder auf Touren kommen, umso besser“, so der Industriespartenobmann in der WKV Georg Comploj. Als zweitgrößtes Hindernis werden mit 23 Prozent Behinderungen an den Grenzen genannt. Häufig genannt werden auch die Verfügbarkeit ausländischer Vorleistungen mit 15 Prozent und schleppende, bürokratische Behördenverfahren (13 Prozent). Comploj: „In Vorarlberg haben wir mit unserer mehrfachen Grenzlage eine besondere Herausforderung. Eine rasche, behutsame Öffnung der Grenzen ist für unseren Wirtschaftsstandort entscheidend. Nur so sind Zugänge zu den internationalen Absatz- und Arbeitsmärkten möglich. Darauf müssen wir geschlossen, insbesondere auf Bundesebene, hinweisen.“

Bewertung des Krisenmanagements von Bund und Land positiv
Mit der bisherigen Krisenpolitik zeigen sich knapp weniger als die Hälfte der Betriebe (49 Prozent) „sehr zufrieden“. 45 Prozent zeigen sich „mittel zufrieden“ und 7 Prozent „gar nicht zufrieden“. In der Tendenz seit der letzten Umfrage zeigt sich allerdings, dass die Zustimmung abnimmt, je länger die Krise dauert. Daher gilt es für IV-Präsident Ohneberg und Industriespartenobmann Comploj rasch weitere Beschränkungen zu lösen und klare rechtliche Perspektiven zu schaffen: „Wir unterstützen die drei von der Regierung genannten Schwerpunkte – Steuerentlastung für arbeitende Menschen, Entlastung der Wirtschaft und Förderung von Investitionen. Diesen Ankündigungen, müssen jetzt Taten folgen, damit die Industrie ihrer großen Verantwortung für ein erfolgreiches Comeback der Wirtschaft und für die Menschen gerecht werden kann.“ Auf Landesebene sind in dieser Woche Gespräche mit der Landesregierung anberaumt, um gemeinsame Maßnahmen festzulegen und erfolgreich am wirtschaftlichen Comeback zu arbeiten.

Aufbereitete Grafiken zur Blitzumfrage können Sie HIER downloaden.

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