Aktuelles Statement von IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg zur Corona-Krise

Ich bin dankbar, dass wir – das Land Vorarlberg und die Sozialpartner - heute (27.3.) diesen Schulterschluss zeigen. Einen Schulterschluss für die Menschen im Land, einen Schulterschluss für ein Maßnahmenpaket für Wirtschaft und Beschäftigung, das noch nie so notwendig war wie heute. Ich sage ganz zu Beginn: wir kämpfen gemeinsam um jeden Arbeitsplatz, der in der Krise und nach der Krise gehalten werden kann. Egal ob in einem kleinen, mittleren oder großen Unternehmen.

IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg

Wir können es als Arbeitgebervertreter nicht oft genug sagen: die Gesundheit unserer Mitarbeiter und der Vorarlberger Bevölkerung steht bei uns an oberster Stelle. Aber ich füge auch den zweiten Teil dazu. Wenn wir künftig wieder eine soziale Stabilität wollen, dann brauchen wir auch eine wirtschaftliche Stabilität. Ohne wirtschaftliche Stabilität gibt es keine soziale Stabilität.

Und neben der obersten Priorität der Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems und der Sicherheit der Menschen im Land, danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Industrie und den vor- und nachgelagerten Betrieben für ihren bisherigen Einsatz und ihre bisherige Arbeit in der Krise. Sie sind es, die die Versorgungsketten aufrechterhalten. Sie sind es, die die Lebensgrundlage von morgen sichern. Und sie werden es auch sein, die einen großen Beitrag leisten werden, damit unser Vorarlberg wieder in den Zustand einer neuen wirtschaftlichen Normalität zum Wohle aller kommt.

Damit sie ein Gefühl bekommen, wie die Stimmungslage in der Industrie aktuell ist, kann ich ihnen die Ergebnisse einer Blitzumfrage von gestern berichten. Bei über drei Viertel der Betriebe läuft die Produktion – und das mit allen strengen Auflagen zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter. Die Branchen sind unterschiedlich betroffen – mit positiven und negativen Ausreißern. Während Lebensmittel und Verpackungen nach wie vor gefragt sind, ist die Situation im Bereich Maschinen/Metall/Elektro/Elektronik/industrienahe Dienstleistungen deutlich angespannter. Ganz zu schweigen von den besonders stark betroffenen Branchen wie Bau, Textil oder auch der Bereich Automotive. Entscheidend für alle - neben dem Zusammenhalt in den Betrieben - ist die Aufrechterhaltung der Lieferketten, das kann man nicht oft genug sagen. Das neue Kurzarbeitsmodell ist tatsächlich eine sozialpartnerschaftliche Sternstunde und wird auch in der Industrie für viele Betriebe ausschlaggebend sein, um die Krise zu überstehen. Für zwei Drittel der Industriebetriebe ist Kurzarbeit ein Thema, viele haben bereits eingereicht, bei einigen bestehen Stufenpläne je nach Entwicklung.

Und abschließend sage ich auch ganz deutlich, weil das oft verniedlicht wird: die bisherigen und künftigen Auswirkungen auf die Industrie und die vor- und nachgelagerten Betriebe und ihre Beschäftigten sind in Summe massiv. Ja, es gibt neben der Kurzarbeit wichtige Instrumente wie Steuerstundungen, AWS-Überbrückungsgarantien und einen Sonder-Kreditrahmen für exportorientierte Unternehmen über die OeKB (Österreichische Kontrollbank), weitere sind noch in Verhandlung. Ich weiss wovon ich spreche. Ich habe selber über die Hausbank bei der OeKB einen Überbrückungskredit beantragt. Ja, das hilft, aber es ist ein harter und noch längerer Kampf vor uns und das werden wir nur in diesem Schulterschluss schaffen.

Weitere Informationen sind hier nachzulesen.

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