Wir sollten miteinander und nicht gegeneinander kämpfen!

Industriellenvereinigung (IV) und Gewerkschaft (ÖGB) aus Vorarlberg nehmen die aktuellen Spekulationen zu strategischen Plänen bei der Unicredit als Anlass, zukünftig noch stärker gemeinsam im Sinne von Arbeitgeber und Arbeitnehmer und der Wirtschaft aufzutreten.

IV-Präsident Martin Ohneberg

„Egal ob Banken, Industrie oder andere Branchen. Es ist Zeit aufzuwachen! Was wir momentan auf Bundesebene erleben ist ein Trauerspiel, das natürlich auch in Vorarlberg zu negativen Auswirkungen führt“, so Martin Ohneberg, Präsident der IV-Vorarlberg und Norbert Loacker, Vorsitzender des ÖGB Vorarlberg gemeinsam.

Die aktuellen Diskussionen im Bankensektor kommen für Ohneberg und Loacker nicht überraschend, diese Entwicklung habe sich schon lange abgezeichnet. „Zuerst plagen wir Banken mit abstrus wettbewerbsverzerrenden Bankenabgaben, die zehn Mal höher als in Deutschland sind, und dann schreien wir auf, wenn die Unternehmen Personalabbauprogramme betreiben müssen, damit sie weiterhin konkurrenzfähig bleiben. Kein Unternehmen entlässt gerne Mitarbeiter, aber wenn es die Rahmenbedingungen nicht mehr zulassen, muss gehandelt werden“, so der IV-Präsident.

ÖGB Vorarlberg Vorsitzender Loacker sieht die Entwicklung ebenfalls auf einem Holzweg und nimmt die Bundesgewerkschaft in die Pflicht, sich ebenfalls für bessere Rahmenbedingungen im Sinne der Schaffung neuer Arbeitsplätze einzusetzen: „Wenn wir nur alte Pfründe verteidigen und zukünftige Standortbedingungen nicht offensiv im Sinne des Wirtschaftsstandorts gestalten, dann bleiben am Ende des Tages sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter als Verlierer übrig. Daher stelle ich auch Forderungen wie eine 35-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich in Frage. Wichtiger etwa im Bankenbereich wäre mir eine Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene“.

Neben einem gemeinsamen Eintreten für die Interessen der Unternehmen und der Mitarbeiter sind sich Ohneberg und Loacker auch einig, dass neben den internationalen Banken auch Regionalbanken wieder mehr an Bedeutung gewinnen. „Wir brauchen die Anbindung in die Region, je weiter weg die Risikobeurteilungen und die Entscheidungen fallen, desto problematischer wird es“, ist Loacker überzeugt. Ohneberg fordert in diesem Sinne auch mutige Schritte in Vorarlberg: „Eine entscheidende Zukunftsfrage für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg ist die Weiterentwicklung starker Regionalbanken – wir brauchen eine klare und vernünftige Strategie“.

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