IV-Vorarlberg zu Schulbeginn: Umfrage bestätigt Handlungsbedarf trotz gutem Niveau in Vorarlberg

Auf die Frage „Wie bewerten Sie auf Basis ihrer persönlichen Wahrnehmung die Bildungsmöglichkeiten in Vorarlberg?“ gaben 400 telefonisch befragte Vorarlbergerinnen und Vorarlberger die Durchschnittsnote 2,2 an – also „noch ein Gut“. IV-GF Mathias Burtscher: „Ja, wir haben gute Bildungsmöglichkeiten in Vorarlberg und das schätzt die Bevölkerung auch so ein. Es gibt allerdings auch viele kritische Stimmen und wir drohen auf ein Befriedigend abzurutschen. Daher darf das Motto nur heißen: Vom Mittelmaß zur Exzellenz!“

Bildung & Gesellschaft
Symbolbild Bildung 1

70 Prozent schätzen die Bildungsmöglichkeiten als „Sehr Gut“ oder „Gut“ ein, allerdings schätzen im Umkehrschluss fast ein Drittel der Vorarlberger Bevölkerung die Bildungsmöglichkeiten als „Befriedigend oder schlechter“ ein. Und das ist die zweitschlechteste Gesamtnote der abgefragten elf Kriterien zur Lebensqualität in Vorarlberg, die bei der Einschätzung zum öffentlichen Verkehr beginnen und bis zum offenen Geist in Vorarlberg reichen.

Einschätzung nach Altersgruppen logisch, aber verbesserungswürdig
Die im Frühjahr vom Institut für Management & Marketing durchgeführte telefonische Bevölkerungsumfrage mit einer Repräsentativität von 98 Prozent gibt aber noch weitere spannende Eindrücke zur Bildungswelt in Vorarlberg. Ausgewertet nach sechs Altersgruppen (16-19 Jahre, 20-29 Jahre, 30-39 Jahre, 40-49 Jahre, 50-59 Jahre, über 60 Jahre) zeigt sich, dass die Generation über 50 Jahre mit Abstand am zufriedensten mit den Bildungsmöglichkeiten ist. Das kritischste Bild zeichnen die 20-49 Jährigen. Die Schlussfolgerung sind für Burtscher eindeutig: „Die Generation über 50 Jahre weiß, dass ein funktionierendes Bildungssystem früher alles andere als selbstverständlich war. Die aktuellen Schüler bis 19 Jahre sind Großteils zufrieden, da sie nichts anderes kennen. Aber am kritischsten sind jene, die mittlerweile selber Kinder haben oder erfahren haben, dass es auch bessere Bildungssysteme – egal ob Volksschule, Mittelschule, höhere Schule oder Hochschulen – wie jene in Vorarlberg gibt.“

Allgemeinem Unbehagen durch Modellregion entgegenwirken
Alle 400 interviewten Vorarlberger wurden gebeten ihre Antworten zu begründen und Verbesserungsvorschläge anzugeben. Insgesamt fällt auf, dass die Rückmeldungen zum Schulangebot und Schulsystem überwiegend positiv ausfallen. Rund 75 Prozent der offenen Antworten sind positive Rückmeldungen zum Schulangebot, Schulsystem und zur Erreichbarkeit der Bildungseinrichtungen. Trotzdem gibt es 25 Prozent kritische Rückmeldungen mit einem generellen Unbehagen. Dabei sprechen einige von eingeschränktem Bildungsangebot, zu wenig Weiterbildungsmöglichen oder einer mangelnden Qualität an den Schulen. Diesem allgemeinen Unbehagen gilt es laut der IV-Vorarlberg durch eine offensive Bildungspolitik – etwa auch die konsequente Umsetzung der Modellregion Vorarlberg – entgegenzuwirken.

Fehlende Universität tief verankert, aber überwindbar
Überraschend ist, dass jede/r Dritte (33 Prozent der offenen Antworten) die fehlende Universität in Vorarlberg negativ beurteilt. Für IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher ein weiteres Indiz, dass die fehlende Universität in Vorarlberg tief und negativ im Bewusstsein der Vorarlberger verankert ist: „Es müssen daher noch mehr Anstrengungen darauf gelegt werden, durch eine intelligente Vernetzung mit den Universitäten in Österreich und in der Vier-Länder-Region und einer weiteren Forcierung unserer Fachhochschule diesen Standortnachteil in den Köpfen zu beseitigen. Die knapp 50 offenen und Großteils positiven Rückmeldungen zur Fachhochschule Vorarlberg zeigen, dass die Richtung stimmt.“

Factbox:

Die wichtigsten Themen wurden in einer großen Bevölkerungsumfrage mit insgesamt 400 Telefoninterviews in Vorarlberg (98 % Repräsentativität) vom Institut für Management & Marketing durchgeführt. Erste Ergebnisse wurden auf dem IV-Sommerempfang präsentiert (siehe hier).

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