Die Wirtschaft kann nachhaltiges Wachstum…

…wenn die Rahmenbedingungen stimmen, um die anstehenden Herausforderungen bewältigen zu können. 

Die Industrie sorgt weiter für good news in ganz Österreich: Die industriegetragene Erholung zeigt sich in einer bemerkenswert robusten Verfassung. Die Ergebnisse der aktuellen IV-Konjunkturumfrage weisen auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung auch im kommenden Jahr hin. Zwar verringert sich die Expansionsdynamik im Vergleich zum heurigen Jahr erheblich, aber die Erholung bleibt erhalten (siehe Grafik des Monats).

Diese Entwicklung ist jedoch kein Selbstläufer. Eine Reihe von Herausforderungen müssen für die Betriebe bewältigbar sein. Dies gilt etwa für den sich weiter verschärfenden Arbeitskräftemangel (siehe Bericht Seite 4) sowie für Preissteigerungen und Verfügbarkeitsengpässe bei Industrierohstoffen, Energie und in der Vorproduktion (siehe IV-Analyse Seite 5).

Klar ist: Die Ursachen dieser Entwicklung können von einer mittelgroßen Volkswirtschaft wie Österreich nicht im Alleingang beseitigt werden. Trotzdem müssen die negativen Auswirkungen durch kurzfristige Maßnahmen gedämpft und damit Wirtschaft und Arbeitsplätze vor Schaden bewahrt werden. Wichtig ist es, jetzt rasch und richtig zu handeln.

Für die Fachkräftesicherung wichtig: Der im Rahmen der Steuerreform erfreulicherweise beschlossene IV-Vorschlag der Mitarbeitererfolgsbeteiligung muss nun adäquat und möglichst schon für 2021/22 realisiert werden. Analog zur Corona-Prämie sollte sie brutto für netto ausgezahlt werden können. Das wäre fair und eine unbürokratische Lösung.

Zur Dämpfung der Energiepreisentwicklung wichtig: Die mit der Steuerreform angekündigte Härtefallregelung für energieintensive Unternehmen, die Betriebe vor Carbon Leakage schützen soll, muss ebenfalls rasch und richtig umgesetzt werden. Dabei sollte aus den deutschen Erfahrungen gelernt werden. In Deutschland erhalten Unternehmen einen finanziellen Ausgleich, wenn die Brennstoffkosten mehr als 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen oder der Anteil der Zusatzkosten 20 Prozent der Bruttowertschöpfung übersteigen. Die Prozentsätze in Österreich sollten jedoch niedriger sein, da die Praxis in Deutschland zeigt, dass Mittelstandsunternehmen bereits Insolvenz anmelden mussten.

Es bleibt dabei: Die Industrie gibt nicht nur Stabilität in Krisenzeiten, sie ist auch das Rückgrat für wirtschaftliche Erholung in unserem Land. Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen klug und wirksam verbessert werden. Genau dafür setzt sich die Industriellenvereinigung mit aller Kraft ein.

Christoph Neumayer
Foto: IV/Michalski

Ihr Christoph Neumayer 
IV-Generalsekretär